Wecker-App oder Handy-Wecker: der Unterschied liegt im Ausschalten

Zwei Wecker, ein Morgen: Die Uhr, die von Anfang an auf deinem Handy liegt, klingelt, und eine Wecker-App aus dem Store klingelt genauso. Wer nach dem Unterschied zwischen beiden sucht, landet in den Suchergebnissen meistens bei einer Bestenliste oder bei einem Händler, der am Ende einen Wecker aus Metall verkauft. Die Frage, die dahintersteckt, steht dort selten: Was leistet eine zusätzliche App, was die Uhr auf demselben Gerät nicht leistet?
Diese Seite geht die Frage der Reihe nach durch, und sie beginnt mit dem unbequemen Teil. Für die meisten Morgen reicht die eingebaute Uhr vollkommen aus.
Was die eingebaute Uhr wirklich gut kann
Sie ist schon da. Ein Konto verlangt sie nicht, eine Einrichtung auch nicht, und kosten tut sie nichts. Ein Wecker ist in zehn Sekunden gestellt und am nächsten Morgen mit einem Antippen wieder aus. Wer ohnehin von selbst wach wird und den Wecker nur als Absicherung stellt, hat damit alles, was er braucht, und eine zweite App auf dem Startbildschirm würde dabei nur herumstehen.
Genau dort hört die eingebaute Uhr allerdings auch auf. Sie macht zu einer bestimmten Uhrzeit ein Geräusch. Was danach passiert, ob du wach bleibst oder nach zehn Minuten wieder liegst, gehört nicht mehr zu ihrer Aufgabe.
Die Bedingung, unter der ein Wecker aufhört
Beide wecken dich, und beide hören irgendwann auf. Sie unterscheiden sich darin, was sie dafür verlangen. Bei der eingebauten Uhr ist die Bedingung ein Antippen, und das bringt auch eine Hand zustande, von der du nichts mitbekommst. Deshalb schaltest du morgens etwas aus, an das du dich zwei Stunden später beim besten Willen nicht erinnerst.
Eine Wecker-App mit Missionen setzt an dieselbe Stelle eine Aufgabe. In Wake Boom verstummt der Wecker erst, wenn diese Aufgabe gelöst ist: eine Rechenaufgabe im Kopf oder die Live-Jagd nach einem Gegenstand auf der anderen Zimmerseite, den du im Liegen nicht vor die Kamera bekommst. Über die Stille entscheidet damit nicht mehr deine schlafende Hand, sondern eine Bedingung, die du am Abend vorher gesetzt hast.
Die eingebaute Uhr hat für den Moment, in dem du noch nicht aufstehen willst, eine eigene Antwort: die Schlummertaste. Sie ist kein Fehler, sondern eine Entscheidung. Verlangt wird dabei genauso wenig wie bei der Stopp-Taste daneben. Ob Schlummern schadet, ist eine Frage für sich und steht nicht auf dieser Seite. Hier geht es aber um etwas anderes: Die Uhr fragt am Morgen, wie viel du dir zutraust, und die App hat das am Abend vorher schon geklärt.
Drei Handgriffe, die deine Hand allein findet
Eine Bedingung ist nur so viel wert wie die Wege, die um sie herumführen. Nach ein paar Morgen kennt deine Hand diese Wege: stumm schalten, das Handy mit dem Bildschirm nach unten legen, die App aus dem Speicher wischen. Drei Griffe, drei Sekunden: Kein einziger davon macht dich wach.
Für genau diese drei Griffe gibt es in Wake Boom den Unerbittlich-Modus. Stumm geschaltet, umgedreht, aus dem Speicher gewischt: Der Wecker meldet sich jedes Mal erneut und verlangt weiter seine Mission. Damit verliert deine Trickliste an einem einzigen Morgen ihren Wert. Angeeignet hast du sie dir über Monate. Diese Liste geht noch weiter, und was jeder einzelne Versuch am Ende einbringt, steht hier: Wecker-App austricksen.
Was das System einer App aus dem Store erlaubt
In Foren kommt regelmäßig ein Einwand, und er ist berechtigt: Die eingebaute Uhr gehört zum System, eine App aus dem Store nicht. Zwei Punkte davon sind bei Wake Boom geklärt. Der Wecker läuft auf der Weckton-Lautstärke, nicht auf der Lautstärke für Mitteilungen: Der Lautlos-Modus geht deshalb an ihm vorbei. Und der Modus „Nicht stören“, der sonst alles zurückhält, macht beim Wecker eine Ausnahme.
Alles Weitere gehört auf eine andere Seite. Welche Schalter im System deinem Morgen sonst noch dazwischenkommen und welchen du selbst umlegen musst, steht in Wecker-App klingelt nicht. Für das iPhone ist dieselbe Frage einzeln beantwortet: Wecker-App klingelt nicht auf dem iPhone.
Der Notausstieg und was er kostet
Auch ein strenger Wecker braucht einen Ausgang. In Wake Boom heißt er Notausstieg, und er steht immer offen. Sperrig ist er mit Absicht: Du musst mehrmals hintereinander antippen, und das bekommt eine halb schlafende Hand nicht zusammen. Dieser Morgen gilt dann als übersprungen, und der Punkt für deine Serie fällt weg.
Die eingebaute Uhr braucht so eine Konstruktion nicht, denn bei ihr ist jeder Morgen ein Notausstieg. Welche Auswege eine strengere Wecker-App zumacht und wo trotzdem einer offenbleibt, nimmt sich eine eigene Seite einzeln vor: Wecker-Apps, die man nicht ausschalten kann.
Für wen sich die zweite App lohnt
Die ehrliche Antwort auf das „oder“ in der Frage ist keine Empfehlung, sondern eine Unterscheidung. Hörst du deinen Wecker, drückst ihn weg und erinnerst dich später an nichts davon, dann sitzt dein Problem im Ausschalten, und dagegen hilft eine Bedingung. Wachst du meistens von selbst auf und stellst den Wecker nur zur Sicherheit, dann reicht die Uhr, die schon auf dem Handy ist. Beides ist eine Antwort.
Zur Antwort gehört der Preis, weil die eingebaute Uhr nichts kostet. Nach der Installation hast du sieben Tage lang vollen Zugriff auf alles. Danach bleiben kostenlos: unbegrenzt viele Wecker, der Unerbittlich-Modus, die Mathe-Mission auf der Stufe „Mittel“, die Klänge der Gruppe „Sanft“ samt deinen eigenen importierten Klängen und die Rangliste. Zum Abo gehören die übrigen Missionen, die Wahl der Schwierigkeit, die weiteren Klangpakete und der Fortschritt-Tab. Werbung gibt es keine.
Ein Detail daran ist wichtiger, als es klingt. Ohne Abo bleibst du bei der Mathe-Mission auf der Stufe „Mittel“, und diese Sperre greift in dem Moment, in dem du die Mission auswählst, nicht erst morgens beim Klingeln. Der Wecker von heute Abend behält also, was du ihm heute Abend mitgegeben hast.
Eine Nacht als Vergleich
Entscheiden lässt sich das in einer einzigen Nacht. Stell deinen gewohnten Wecker in der eingebauten Uhr, stell daneben einen zweiten mit einer Mission und schalte den Unerbittlich-Modus ein. Morgen früh siehst du, welchen von beiden du wegbekommst, ohne dabei wach zu werden.
Beide Ergebnisse sind in Ordnung. Fällt die Antwort zugunsten der Uhr aus, hast du dir eine App gespart. Andersherum kennst du dann den Grund, warum es Wecker-Apps mit Missionen überhaupt gibt.

